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Kopfschmerz - Symptom oder Krankheit?

Gestresste Frau im Büro von der viele etwas wollen und ihr Handy Uhr und Papiere hinstrecken

Kopfschmerzen sind vermutlich die häufigsten Begleiterscheinungen von Gesundheitsstörungen. Sie zeigen an, dass es dem Gehirn irgendwie nicht gut geht. Schmerzen im Bauch oder im Bewegungsapparat treten nur dann auf, wenn dort auch tatsächlich etwas nicht stimmt, doch zu Kopfschmerz kann es auch dann kommen, wenn das Problem eigentlich ganz woanders im Körper liegt oder den gesamten Organismus betrifft.

Oft sagen die Begleitumstände schon viel darüber aus, was die Ursache der Pein ist. Kopfschmerz kann z.B. verursacht werden durch:

  • eine Vergiftung - dazu gehört auch der "Kater"
  • eine Infektion, z.B. grippaler Infekt, Influenza, Nebenhöhlenentzündung
  • einen Mangel an Flüssigkeit
  • einen zu niedriger Blutzuckerspiegel, wenn man zu lange nichts gegessen hat
  • Sauerstoffmangel durch schlechte Luft
  • Stress und Überanstrengung
  • Zug am Kopf, z.B. zu straff gebundene Frisur
  • Druck auf den Kopf, z.B. enge Mütze oder enger Helm
  • einen Sonnenstich oder einen Hitzschlag
  • eine Verletzung des Kopfes, z.B. Gehirnerschütterung
  • eine Nebenwirkung von Medikamenten.

Liegt eine solche Ursache vor, vergeht der Kopfschmerz von alleine, wenn der Auslöser aus der Welt ist. Es kann aber auch ernstere Gründe für Kopfschmerz geben, von Bluthochdruck über Verspannungen bis hin zu Migräne und Clusterkopfschmerz.

Ist Behandlung nötig?

Bei gelegentlichen Kopfschmerzen ist es in aller Regel unproblematisch, ein rezeptfreies Schmerzmittel zu nehmen. Allerdings sollten dabei die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Ursache ist bekannt.
  • Die Stärke der Schmerzen lässt sich durch Schmerzmittel kontrollieren.
  • Es liegen keine Unverträglichkeiten gegen Schmerzmittel oder Gegenanzeigen vor.

Es empfiehlt sich, sofort die volle zulässige Dosis einzunehmen, um den Schmerz möglichst auszuschalten. Wer es erstmal mit einer niedrigen Dosierung versucht und dann bei Bedarf weitere Tabletten nimmt, wird am Ende mehr geschluckt haben - und es tut trotzdem noch weh.

Dagegen sollten diese Umstände als Anlass gesehen werden, zum Arzt zu gehen:

  • Die Kopfschmerzen treten häufiger als drei Mal im Monat auf oder halten mehrere Tage an.
  • Es ist keine Ursache erkennbar.
  • Es treten weitere Beschwerden auf.
  • Die Schmerzen lassen sich durch die normale Dosis des Schmerzmittels nicht in den Griff bekommen.

Dann könnte es sich um eine ernsthafte Erkrankung handeln, der Arzt sollte das abklären. Auch wenn die Schmerzen eventuell eine Nebenwirkung von Arzneien sind oder der Betroffene aufgrund einer anderen Erkrankung Medikamente nimmt, ist Rücksprache mit dem Arzt sinnvoll.

Schmerzmittel richtig einsetzen

Patienten mit einer ehr leicht ausgeprägten Kopfschmerz-Erkrankung können sich häufig gut mit rezeptfreien Schmerzmitteln selbst helfen. Voraussetzung ist, dass die Krankheit vom Arzt abgeklärt ist.

Bei Kopfschmerzen wirksame Stoffe sind: Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol, Ibuprofen, Naproxen, Diclofenac und Phenazon. Als unterstützende Wirkstoffe werden Vitamin C (verbessert die Magenverträglichkeit) oder Koffein (verstärkt die Wirkung) eingesetzt.

Welcher Schmerzwirkstoff dabei für den einzelnen Patienten empfehlenswert ist, kann nur individuell entschieden werden. Nicht jeder Wirkstoff hat bei jedem Menschen dieselben Wirkungen und Nebenwirkungen.

Von bestimmten Wirkstoffen wird in speziellen Situationen abgeraten, z.B. von ASS bei Asthma, Magenerkrankungen oder Bluthochdruck. Bei langanhaltenden Schmerzen, z.B. zyklusabhängigen, kann das langwirksame Naproxen hilfreich sein.

Schmerzen vorbeugen

Um zu verhindern, dass Kopfschmerzen überhaupt auftreten, ist es erst einmal wichtig, die Ursache zu kennen. Dann sollte man die erkannten Auslöser nach Möglichkeit meiden. Manchmal sind die Ursachen einfach und eindeutig feststellbar ("Kater"), in anderen Fällen gibt es plausible Vermutungen (Stress, schlechte Luft, Flüssigkeitsmangel). Doch manchmal, insbesondere bei Migräne, sind die Auslöser nicht so klar.

Dann kann ein Schmerztagebuch hilfreich sein. Darin wird notiert, wann man Schmerzen hatte, in welcher Situation sie auftraten, was man vorher gegessen und getrunken hatte. Im Gespräch mit dem Arzt können diese Aufzeichnungen helfen, auslösende Faktoren zu ermitteln.

Definitiv nicht empfehlenswert ist es, Schmerzmittel vorbeugend einzunehmen (nach dem Motto: "Heute wird ein stressiger Tag, dann nehme ich erst einmal eine Tablette, damit der Kopf nicht wehtut.") Ein solches Verhalten ist der beste Weg in eine Abhängigkeit.

Ausnahme: Bei manchen Migräne-Patienten kündigt sich ein Anfall durch eine sogenannte Aura an (z.B. Sehstörungen, Übelkeit). In diesem Fall ist es sinnvoll, bereits während der Aura die Medikamente zu nehmen - dann lässt sich der Anfall oft vermeiden.

Studien zufolge ist Bewegung ein gutes Vorbeugemittel: Wer mindestens drei Mal pro Woche für mindestens 30 Minuten Sport treibt (am besten an der frischen Luft), hat weniger mit Kopfschmerzen zu kämpfen.

Einigen Migräne-Patienten kann die Einnahme von hoch dosiertem Vitamin B2 (Riboflavin) und/oder Magnesium helfen. Andere profitieren von Betablockern oder Antidepressiva.

Unter den Naturmitteln hat sich vor allem die Pestwurz (Petasides) bewährt. Daneben werden Teemischungen, z.B. mit Johanniskraut, Melisse, Baldrian, Steinklee oder Spitzwegerich empfohlen.

Bildquelle Kaspars Grinvalds/stock.adobe.com

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